Forschung als Alltag: Was das bei Insiders bedeutet

Bei Insiders ist die Zusam­men­ar­beit mit Hoch­schulen und For­schungs­ein­rich­tungen kein PR-Thema. Werks­stu­die­rende schreiben bei uns Mas­ter­ar­beiten, aus Mas­ter­ar­beiten werden inter­na­tio­nale Publi­ka­tionen, und aus Werks­stu­die­renden werden Voll­zeit­mit­ar­bei­tende.

Zwischen Hoch­schule und Produkt

Doku­men­ten­ver­ar­bei­tung klingt nach einem gelösten Problem. Dokumente erfassen, Inhalte verstehen, Prozesse anstoßen – das müsste doch längst auto­ma­ti­siert sein. Tat­säch­lich steckt der Teufel im Detail: Jedes Unter­nehmen hat andere Doku­ment­arten, andere Layouts, andere Felder. Wer ein KI-Modell trai­nieren will, das zuver­lässig die richtigen Infor­ma­tionen erkennt, braucht Daten. Sehr viele Daten – und die müssen annotiert sein: Mit­ar­bei­tende müssen Tausende Dokumente händisch prüfen und markieren, welche Infor­ma­tionen das Modell lernen soll. Das ist teuer, zeit­auf­wändig und ein echter Engpass.

Her­aus­for­de­rungen wie diese lösen wir mit wis­sen­schaft­li­chem Hand­werks­zeug. In Zusam­men­ar­beit mit dem DFKI (Deutsches For­schungs­zen­trum für Künst­liche Intel­li­genz) unter Didier Stricker ent­wi­ckelte unser Werk­stu­dent Nick Jochum im Rahmen seiner Abschluss­ar­beit einen Ansatz, mit der sich ein Großteil dieses Anno­ta­ti­ons­auf­wands auto­ma­ti­sieren lässt. Das tech­ni­sche Herzstück: Label Pro­pa­ga­tion, ein Algo­rithmus aus den 1990ern. Die Idee ist, aus einer kleinen Menge manuell anno­tierter Dokumente auto­ma­tisch auf den Rest zu schließen. Das Ergebnis über­raschte selbst Nick: Mit nur 10% anno­tierter Daten werden 81% der Leistung einer voll­ständig anno­tierten Daten­basis erreicht.

Ver­öf­fent­li­chen gehört dazu

Wer bei Insiders forscht, soll die Ergeb­nisse auch nach außen tragen können. Die Methode zur Anno­ta­ti­ons­au­to­ma­ti­sie­rung ver­öf­fent­licht Nick in diesem Jahr auf der ICDAR (Inter­na­tional Con­fe­rence on Document Analysis and Reco­gni­tion), einer der wich­tigsten Fach­kon­fe­renzen weltweit für auto­ma­ti­sche Doku­men­ten­ver­ar­bei­tung. Die Konferenz bringt For­schende aus Uni­ver­si­täten und Unter­nehmen zusammen, die an genau den Problemen arbeiten, mit denen wir uns täglich beschäf­tigen.

Die Ein­rei­chung entstand mit unter­stützt von Tobias Alt-Veit, Alexander Lück und René Schuster. Christian Schön beglei­tete den Schreib­pro­zess und die Über­ar­bei­tung vom Thesis-Format zur wis­sen­schaft­li­chen Publi­ka­tion. „Das ganze Team hat mir Raum gegeben, mich auf diese Arbeit zu kon­zen­trieren“, erinnert sich Nick.

Dahinter steckt eine bewusste Ent­schei­dung. Wer eine Kon­fe­renz­ein­rei­chung neben dem laufenden Pro­dukt­be­trieb schreibt, braucht ein Umfeld, das das ermög­licht. For­schungs­ar­beit braucht intern Zeit und Priorität. Bei uns ist beides ein­ge­plant, weil wir von der wis­sen­schaft­li­chen Community lernen wollen und gleich­zeitig etwas zurück­geben können.

Von der Werks­stu­den­ten­stelle in den Job

Werks­stu­die­rende bekommen bei uns echte Aufgaben. Zeigt jemand, was möglich ist, bekommt er Ver­ant­wor­tung und die Mög­lich­keit, die Zusam­men­ar­beit wei­ter­zu­führen. Viele bleiben.

Nick hatte als Werks­stu­dent einen engen Fokus. Heute arbeitet er in einer Fest­an­stel­lung Vollzeit an der Wei­ter­ent­wick­lung des OvAItion-Docu­ment­Se­pa­ra­tors und baut neue Anwen­dungen mit Large Language Models und KI-Agenten. Was sich verändert hat, ist der Auf­ga­ben­zu­schnitt. Was gleich­ge­blieben ist, beschreibt Nick selbst: das Team, die Kultur, das Vertrauen.

Dass er bleiben wollte, war kein einzelner Ent­schluss. „Es gab keinen einzelnen Moment, in dem ich ent­schieden habe: Hier will ich arbeiten. Das ist eher gewachsen“, sagt er. Das klingt nach einer ver­läss­li­chen Grundlage.