Lokale LLMs statt Alles­könner: Warum schlanke KI-Modelle die Zukunft der Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung sind

    Veröffentlicht: 12. März 2026

    Zuletzt aktualisiert: 17. September 2026

    Lokale LLMs statt Alles­könner: Warum schlanke KI-Modelle die Zukunft der Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung sind

    Lokale LLMs für die Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung – wie schlanke KI-Modelle effi­zi­enter arbeiten und was SLIMDOC damit zu tun hat.

     

    Jeden Tag landen Millionen von Doku­menten in den Systemen von Banken, Ver­si­che­rungen und Behörden: Rech­nungen, Verträge, Scha­dens­mel­dungen, Formulare. Viele davon werden noch immer manuell gesichtet – ein enormer Zeit- und Kos­ten­faktor.

    Künst­liche Intel­li­genz kann das ändern. Doch je leis­tungs­fä­higer KI-Systeme werden, desto größer, teurer und res­sour­cen­hung­riger werden sie auch. Das wirft eine ent­schei­dende Frage auf: Brauchen wir wirklich ein KI-System, das alles kann – oder reicht eines, dass unsere Anfrage richtig gut beherrscht?

    Genau dieser Aufgabe widmet sich das For­schungs­pro­jekt SLIMDOC – eine Koope­ra­tion zwischen Insiders und der Hoch­schule RheinMain.

    KI wird mächtiger – und teurer

    Moderne KI-Sprach­mo­delle wie GPT oder ver­gleich­bare Systeme sind beein­dru­ckend viel­seitig. Sie schreiben Texte, beant­worten komplexe Fragen, über­setzen Sprachen und lösen Pro­gram­mier­auf­gaben. Doch diese Viel­sei­tig­keit hat ihren Preis: Die Modelle werden von Monat zu Monat größer, der Betrieb kostet enorme Mengen an Rechen­leis­tung und Energie – und damit auch Geld.

    Für Unter­nehmen, die KI für klar defi­nierte Aufgaben einsetzen möchten – etwa das auto­ma­ti­sche Auslesen einer Rechnung – stellt sich eine nahe­lie­gende Frage: Warum soll ein Modell, das Dokumente ver­ar­beitet, gleich­zeitig wissen, wie man Pasta kocht?

    Das braucht es nicht. Aber genau das ist das Problem: Heute werden große All­zweck­mo­delle genutzt die wirt­schaft­lich kaum lokal betrieben werden können oder kleine Spe­zi­al­mo­delle, die zwar res­sour­cen­scho­nend sind, aber auch aufwändig mit händisch anno­tierten Daten trainiert werden müssen.

    Was ist SLIMDOC – und warum ist es besonders?

    SLIMDOC steht für „Syn­er­getic LIght­weight Mul­ti­modal DOCument Analysis“ und ist ein For­schungs­pro­jekt der Hoch­schule RheinMain mit einem klaren Ziel: KI-Modelle, die Dokumente zuver­lässig ana­ly­sieren – schlanker, schneller und nach­hal­tiger als bisher.

    Der Ansatz: Per „Knowledge Distil­la­tion“ wird das Wissen großer Sprach­mo­delle auf kleine, auf­ga­ben­spe­zi­fi­sche Modelle über­tragen. Das Ergebnis sind kompakte Sprach­mo­delle, die nur das können, was sie brauchen – ohne Cloud-Abhän­gig­keit, ohne unnötigen Res­sour­cen­ver­brauch, mit vollem Daten­schutz.

    Da Dokumente selten nur aus Text bestehen, setzt SLIMDOC auf mul­ti­mo­dale Analyse: Text, Bilder und Layout werden gemeinsam aus­ge­wertet. Konkret geplant sind zwei Anwen­dungs­fälle – Analyse von Geschäfts­be­richten und Plau­si­bi­li­täts­prü­fung von Ver­si­che­rungs­fällen – gemeinsam mit R+V Ver­si­che­rung und der Doxis.

    Warum wir dabei sind

    Wir bei Insiders auto­ma­ti­sieren doku­men­ten­zen­trierte Geschäfts­pro­zesse – seit mehr als 25 Jahren. Ob hand­ge­schrie­bene Formulare, komplexe Tabellen, Scans oder digitale PDFs: Unsere Software liest, versteht und ver­ar­beitet Dokumente aller Art.

    Dabei setzen wir schon länger auf eine Kom­bi­na­tion aus eigener KI-Tech­no­logie und großen Sprach­mo­dellen. Und wir erkennen dabei immer deut­li­cher: Die Richtung, in die sich KI-Modelle ent­wi­ckeln, wird früher oder später zu einem ernst­haften Problem für den prak­ti­schen Einsatz.

    Deshalb enga­gieren wir uns aktiv in der Forschung – und sind zentraler Pra­xis­partner im Projekt SLIMDOC.

    FAQ

    • Lokale LLMs laufen direkt auf der eigenen Infrastruktur – ohne Daten an externe Cloud-Dienste zu übermitteln. Das erhöht den Datenschutz, reduziert Anbieterabhängigkeiten und senkt langfristig die Betriebskosten.
    • KI-Dokumentenanalyse bezeichnet den automatisierten Einsatz von KI, um Inhalte aus Dokumenten zu erkennen, zu extrahieren und weiterzuverarbeiten – von Rechnungen über Verträge bis hin zu handschriftlichen Formularen.
    • Knowledge Distillation überträgt das Wissen eines großen Modells auf ein kleineres, spezialisiertes Modell. Dieses lernt nur, was für seine Aufgabe relevant ist – und arbeitet dadurch effizienter und ressourcenschonender.
    • Multimodale Analyse bedeutet, dass KI nicht nur Text, sondern gleichzeitig Bilder, Grafiken und das Layout eines Dokuments auswertet – etwa bei Versicherungsakten mit Fotos und Textfeldern.